Tipps für den Garten

Ackerwinden  Dahlien Überwintern  Dahlienpflanzen Mischkultur  Mulchen  Usambaraveilchen  Wühlmäuse  Obstgehölze

Auspflanzen von Jungpflanzen Sommerschnitt (Brombeeren)  Schnecken

Gärtnerische Inspirationen Apfelmehltau Birnengitterrost

 

Tipps für den Gartenteich

Teichbau will gekonnt sein  Fehler beim Teichbau  Fertigteiche  Tierquälerei Algen Im Gartenteich Klares Wasser  Planung

 Anlegen eines Teichs

Seerosen  Teiche mit nackten Wänden  Teicherde  Findlinge  Zubehör  Teichpumpen  Anleitung  Faulschschlamm  Filtersyteme


         

        zurück

Ackerwinden

Im Garten kommen sie jedes Jahr wieder und sind kaum noch auszurotten. Eine Möglichkeit: Die betroffenen Stellen mit schwarzer Folie (doppellagig) bedecken. Die Folie muss aber ein ganzes Jahr liegen bleiben und gut befestigt werden. Die Ackerwinde "verhungert" darunter. Diese Möglichkeit kann auch bei der Quecke und Girsch versucht werden.

nach oben


Dahlien überwintern


Nach dem ersten Frost die Stengel eine handbreit über dem Boden abschneiden. Die Knollen vorsichtig ausgraben und die anhaftende Erde abtrocknen lassen und dann grob entfernen. Die Dahlienknollen in einem kühlen aber frostfreien Raum bringen und in einer Holzkiste in feuchtem Sand einschlagen. Es geht auch mit Torf. Bei hohen Raumtemperaturen sollte der Sand ab und zu angefeuchtet werden. Pflanzen mit vielen Knollen können im Frühjahr geteilt werden und wenn kein Frost mehr zu erwarten ist wieder in den Garten gesetzt werden.

nach oben


Mischkultur

Dabei werden mehrere Gemüsearten auf einem Beet angebaut.
Vorteile: Die Nährstoffe des Bodens werden optimal ausgenutzt, die verschiedenen Pflanzen ergänzen sich, Schädlinge und Krankheitserreger werden abgewehrt.

Bewährte Mischkulturen:
Abwechselnd Reihen mit Möhren und Zwiebeln. Dabei wird die Möhren- und Zwiebelfliege abgewehrt. Die Beetfläche und die Nährstoffe werden durch die Flachwurzelnden Zwiebeln und die Tiefwurzelnden Möhren ideal ausgenutzt.
Durch das säen von Bohnenkraut zwischen Buschbohnen wird die schwarze Bohnenlaus abgewehrt.

Kohlarten und Sellerie helfen gegen den Kohlweißling.

Weitere geeignete Mischkulturen:
Kohl – Lauch – Spinat
Erdbeeren – Knoblauch (hilft gegen Grauschimmel)
Buschbohnen – Rote Beete.

nach oben


Mulchen


Unter Mulchen versteht man das Bedecken des Gartenbodens mit einer Streuschicht. Hierfür eignet sich angetrockneter Rasenschnitt, grober Kompost, Zerkleinerter Heckenschnitt, Unkrautreste, abgeschnittene Gründüngungspflanzen.

Vorteile:
Die Bodenlebewesen werden mit Nahrung versorgt. Es muss weniger gedüngt werden. Der Boden trocknet wesentlich langsamer aus. Bodenfeuchtigkeit bleibt länger erhalten, es kann weniger gegossen werden. Die Mulchschicht wird durch Regenwürmer und andere Lebewesen in Humus umgewandelt. Der Boden bleibt krümelig. Es wächst weniger Unkraut auf dem Beet.

Nachteil:
Schnecken fühlen sich in der Streuschicht auch wohl.

nach oben


 

Usambaraveilchen


Selber ziehen ist ganz einfach. Man schneidet von einer Pflanze ein Blatt mit einem scharfen Messer ab und füllt einen kleinen Topf mit Blumenerde. Das Blatt wird an der Schnittstelle in die Erde gedrückt. Damit es einen besseren Halt hat kann man es mit einer aufgebogenen Büroklammer in der Erde befestigen. Die Erde angießen und feucht halten. Nach etwa 3 Wochen kommen schon die ersten Blätter der neuen Pflanze. Usambaraveilchen sollten nur von unten gegossen werden, da sonst die Blätter verfaulen.

nach oben


 

Wühlmäuse (Schermäuse)


Wühlmäuse sind den ganzen Winter über aktiv. Wenn die Wiese und der Garten im Herbst nicht mehr ausreichend Nahrung bietet, nagen sie gerne an den Obstbaumwurzeln. Ihre Gänge legt die Wühlmaus dicht unter der Erdoberfläche an.
Jetzt im Spätherbst erweitert die Wühlmaus ihren Bau und legt Vorratskammern an, die sie mit Wurzeln unter anderem vom Löwenzahn füllt. Der November und auch zum Teil auch noch der Dezember sind die günstigsten Monate für den Mäusefang.
Die größten Erfolge hat man mit dem neuen Fallentyp "Topcat" oder der bayrischen Drahfalle.
Tipps zum Fallenstellen:
- Nach dem Endecken eines Wühlmausbaus nicht die Gänge eintreten
- Fallen in den Randzonen des Baues aufstellen. Im Zentrum des Baues ist
  die Wühlmaus besonders vorsichtig und verwühlt oft die Fallen
- Drahtfallen stets sehr fein einstellen, damit sie bei einer leichten Berührung zuschnappen
- Gänge nach dem Einbau der Falle mit lockerer Erde verschließen
- Fallen mit Ruten markieren
- Fallen nach etwa einer Stunde kontrollieren
 

nach oben


 

Schneiden von Obstgehölzen

Thema: Verjüngungsschnitt

Verjüngungsschnitt eines Apfelbaums. Wie geht man vor? Was wird als erstes ausgeführt?

Situation:
Apfelbaum, Halbstamm, 30 Jahre alt: = Rundkrone die fachmännisch verjüngt werden soll. Bedeutung:
Wird bei älteren Obstbäumen angewandt und soll diese wieder zu stärkerem Wuchs und höherem Ertrag anregen.
Auslichtungsschnitt:
Zunächst erfolgt bei älteren Kronen ein Auslichtungsschnitt. Es werden neben der Stammverlängerung 3 bis gleich starke, gut verankerte Leitäste ausgewählt. Alle übrigen Leithastähnlichen Achsen werden weggesägt. Möglich auch durch Ableiten zu Fruchtästen umfunktionieren.
Danach wird der eigentliche Verjüngungsschnitt ausgeführt? Dabei sind doch auch bestimmte Regeln zu beachten?
Ausführung:
"Abwerfen" eines Teil der alten Krone (um etwa 1/3 ihres Volumens). Dabei auf Form achten (auch Pyramide). Wichtig ist der "Abwurfwinkel". Er soll bei Äpfeln, Pflaumen, Zwetschgen, Kirschen, Renekloden und Mirabellen bis 120° betragen (gesehen zum senkrechten Leittrieb), bei Birnen 90 bis 100°.
Also:
Stammverlängerung und Leitäste um etwa 1/3 ihres Volumens ins mehrjährige Holz auf geeignete Seitenäste zurücknehmen
Weiterbehandlung:
Nach der Verjüngung oft stärkerer Austrieb aus "schlafenden Knospen" am Astring. Sollen verjüngte Gerüstachsen wieder verlängert werden, dann dafür einen kräftigen, möglichst nach außen gerichteten (oder seitlich stehenden) Langtrieb auswählen. Die anderen Austriebe entfernen

Nun ist der Baum wieder in der richtigen Form. Welche Schnittmaßnahmen werden dann in Folge ausgeführt?

Instandhaltungsschnitt:
Stabilität der Gerüstäste stärken, Förderung der Triebbildung und Erneuerung des Fruchtholzes.
Regel:
Gute Qualitätsfrüchte vor allem an jungem Kurzholz (nicht älter als 3 Jahre) und an jungen, kräftigen Trieben mit großen, gesunden Blättern.
Schnittkonzept:
Alle Astpartien müssen ausreichend belichtet werden. Deshalb vor allem zu dicht gewordene Partien in der Krone auslichten. Dabei Konkurrenztriebe und nach innen wachsende kräftige Triebe abschneiden.
Achtung: Triebbegünstigte Spitzenzonen dürfen tiefer liegende Kronenteile nicht überwachsen und somit das Licht entziehen


Thema: Erziehungsschnitt

Frisch gepflanzter Obstbäume. Diese sollen nun auch den notwendigen Schnittmaßnahmen unterworfen werden. Um welche handelt es sich und wie werden sie ausgeführt?

Modell:
Apfel, Sorte 'Rewena', Halbstamm.
Aufbau- oder Erziehungsschnitt:
Wichtig Kronenaufbau. Deshalb beim 1. Schnitt: folgende Regel:
   Konkurrenztrieb (Afterleittrieb) wegschneiden (= Trieb aus zweitoberster Knospe), wird oft
   schon in der Baumschule entfernt.
   3 bis 4 künftige Leitäste (Leittriebe) auswählen, die am Stamm gut verteilt sein sollen.
   Formieren: evtl. 1 bis 2 für Kronenaufbau nicht benötigte Triebe waagrecht binden, die zu steil
   stehenden Triebe abspreizen, Mindestwinkel 45°.
   Anschließend Rückschnitt: mittleren Leittrieb um etwa 1/3 einkürzen (Knospe nach außen!,
   8 bis 12 gut entwickelte Knospen sollen verbleiben. Danach die anderen Leitäste in gleicher
   Höhe waagrecht schneiden, auf außen stehende Knospen. Stammverlängerung (oberster Trieb)
   1 Handbreit über der Waagrechten schneiden (genau: Apfelbaum 15 cm, Birnbaum 5 cm).

Welche Schnittmaßnahmen sind an einem solchen jungen Baum in den Folgejahren auszuführen? Wann ist überhaupt die Zeit des Erziehungsschnitts beendet?

Zeit:
sobald ein genügend kräftiges Astgerüst aufgebaut ist, im Allgemeinen nach 4 bis 5 Jahren.
Dann:
Auslichtungsschnitt:
An Stammverlängerung Konkurrenztrieb + evtl. folgenden steil wachsenden Trieb ganz entfernen. Bei anderen Leitästen Konkurrenztriebe und astoberseits kräftige Triebe wegschneiden, Bei waagrechten Trieben Ständertriebe wegschneiden, Kurztriebe schonen!
Formieren:
Winkelstellung der Äste überprüfen, evtl. korrigieren (abspreizen oder hochbinden) und an Stammverlängerung 1 bis 2 Triebe waagrecht binden.
Rückschnitt:
Leitäste richtig zurückschneiden damit sich Fruchtäste bilden können. Regel: Leitastlänge 50 bis 80 cm + 3 bis 4 Knospen. Dort Rückschnitt der Leitäste und Stammverlängerung im Winkel von 60° zur Stammverlängerung.

Der Schnitt wird hier an einer sicher noch wenig bekannten Apfelsorte ausgeführt. Was ist denn das Besondere an dieser und ähnlichen Sorten?

R-Sorten:
Mehltauresistente Sorte. Zu erkennen an dem Anfangsbuchstaben "R"..
Weitere R-Sorten:
Für den kleinen Garten werden noch empfohlen: Reglindis, Resi, Renora, Rebella, Regine, Relinda (nach Prof. Dr. Fischer, Pillnitz).
 

Thema: Schnittmaßnahmen beim Steinobst

Neben dem Kernobst spielen auch einige Steinobstarten eine wichtige Rolle. Welche Schnittmaßnahmen sind bei den Kirschen erforderlich?

Süßkirsche:
früher vielfach nur Hoch- und Halbstämme auf Starkwachsenden Unterlagen. Neuerdings auch Schwachwachsende Unterlagen. Schnittarbeit relativ gering.
Pflanzschnitt:
angestrebt wird Pyramidenkrone. Deshalb Mitteltrieb anschneiden und 3 bis 5 weitere Triebe stehen lassen. Später nur schwächere Quirltriebe auslichten. Wird Krone zu hoch, dann Leitäste und Gipfel auf Seitenzweige "ableiten".
Sauerkirsche:
Erziehung als Pyramiden- oder Hohlkrone. Stammhöhe 50 bis 60 cm.
Pyramidenkrone:
üblich, wobei je nach Sorte etwas unterschiedlich verfahren werden muss., z.B. bei aufrecht bzw. steil wachsenden Sorten (Beutelspacher Rexelle, Koröser usw.) alle 3 bis 4 Jahre einen Auslichtungsschnitt durchführen, bei Schattenmorelle mit überhängender Krone jährlich Fruchtholz verjüngen.
Hohlkrone:
Stammverlängerung wird entfernt. Möglich bei Steilwachsenden Sauerkirschen. Umstellung erfolgt nach etwa 5 oder 6 Jahren. Dann nur noch 3 bis 4 steil stehende Leitäste. Dadurch bessere Belichtung und Fruchtqualität (auch bei Pfirsichen).

Welche Schnittmaßnahmen sind nun bei Pflaumen und Zwetschen üblich? Bei diesen Obstarten gibt es doch auch einige neue Sorten, die wir einmal erwähnen sollten?

Kronenform:
Üblich ist die Pyramidenkrone, auch Hohlkrone möglich. Gelegentlich auch Tellerkrone. Diese Krone besteht aus 8 bis 12 leicht schräg nach oben ausgerichteten Fruchtästen am Stamm ab einer Höhe von 80 cm bis 1,60 m.
Wasserschosse:
Diese Steinobstarten neigen zu starker Neutriebbildung (so gen. Wasserschossen) Diese regelmäßig entfernen.
Scharka:
Seit etwa 50 Jahren neue Krankheit (Virose), die wohl aus Jugoslawien eingeschleppt wurde (Scharka). Dadurch deutlicher Ertragsrückgang. Vorbeugend scharkaresistente Sorten pflanzen.
Gut: Cazaks Beste, Cacaks Schöne, Ersinger, Katinka, Hanita usw. Einzige absolut resistente Sorte: 'Jojo'.

Noch einen Punkt sollten wir unbedingt ansprechen. Zu welchem Zeitpunkt werden denn alle diese Schnittarbeiten am besten ausgeführt?

Frostabhängigkeit:
Schnittarbeiten bei milder Witterung, etwa bis –6°C.
Abhängigkeit von Obstart:
Baumobst am besten wenn strenge Fröste vorüber sind. Holzfrostempfindliche Apfelsorten z.B. 'Boskop', 'Jonagold', 'Idared' oder 'Elstar' erst im Spätwinter., auch Jungbäume bis zum 5. Standjahr erst ab Ende Februar. Beginnen mit Sauerkirschen und Zwetschen (da sie früh austreiben), dann Apfel und Birne.
 

Thema: Schnittmaßnahmen beim Beerenobst

Im Obstgarten spielen auch die Beerensträucher eine bedeutende Rolle. Auch sie müssen einem regelmäßigen Schnitt unterzogen werden. Welche Schnittarbeiten sind im Winter bei Johannisbeeren auszuführen?

Schnittarten:
Auch Pflanzschnitt (5-7 Triebe), Erziehungs- Instandhaltungs- und Verjüngungsschnitt.
Erziehungsschnitt:
Zunächst stabile Achsen aufbauen. Deshalb Leitäste jährlich ½ zurückschneiden, Seitenäste 1. Ordnung auf 3-4 Seitenachsen und 2. Ordnung auf 2 – 3 Knospen.
Verjüngungsschnitt:
Beginnen nach dem 5. Jahr, alljährlich1 bis 2 Leitäste ganz entfernen. Ergänzungstriebe aus Basis nachziehen. Sträucher, die wenig geschnitten wurden, zusätzlich auslichten. (Bei schwarzen Johannisbeeren schon nach 3 Jahren verjüngen).
Übrigens:
Rote + weiße Johannisbeeren tragen am ein- und mehrjährigen Holz Früchte. Schwarze Johannisbeeren ausschließlich am einjährigen.

Auch Stachelbeeren müssen einem Schnitt unterworfen werden. Welche Schnittmaßnahmen sind jetzt im Winter auszuführen? Auch sollten wir noch auf einige neue Sorten hinweisen:

Winterschnitt:
Jede Pflanze besteht aus 5 oder mehr Ranken. Nach 2 Jahren abgetragen. Dann alte Ruten entfernen, immer junge Triebe nachziehen.
Sträucher / Büsche:
Erziehungsschnitt: 6 bis 8 Leitäste, Bodentriebe jährlich entfernen. Leitäste über 3 Jahre 1/3 einkürzen. Seitentriebe auslichten (bei mehltauanfälligen Sorten auch auf 6-8 Knospen zurückschneiden (Schnittgut einsammeln und "entsorgen").
Verjüngungsschnitt: ab dem 4 Jahr immer 2 Leitäste auf jeweils einen jungen Seitentrieb in Bodennähe verjüngen.
Hochstämmchen:
Krone jährlich kräftig auslichten. Später ältere Gerüstäste durch einen Jungtrieb aus der Mitte ersetzen. Kontinuierlicher Schnitt verhindert vergreisen!
Sorten:
Stachelbeermehltau weit verbreitet. Jetzt auch resistente/tolerante Sorten, z.B. Redeva, Remarka, Rokula, Invicta, Hinnonmäki.

Bei Brombeeren sollten erst im Spätwinter bzw. vor dem Austrieb im Frühjahr bestimmte Schnittarbeiten ausgeführt werden. Welche sind das und wann ist ein weiterer Schnitt erforderlich?

"Winterschnitt":
Jede Pflanze besteht aus 5 oder mehr Ranken. Nach 2 Jahren abgetragen. Dann alte Ruten entfernen, immer junge Triebe nachziehen.
"Sommerschnitt":
Seitentriebe (Geiztriebe) immer auf 4 bis 5, Neuaustriebe dann auf 1 bis 3 Augen zurückschneiden.

Himbeerruten wurden bereits im Sommer geschnitten. Was steht aber jetzt noch an?

Überlange Ruten nach letzten Winterfrösten auf 160 bis 180 cm Länge zurückschneiden oder Spitzen bogenförmig umlegen und am Spanndraht befestigen.

nach oben


Auspflanzen von Jungpflanzen


Wichtig ist, dass die Jungpflanzen gut abgehärtet werden, bevor sie ins Freiland kommen. Durch verstärktes Lüften gewöhnen Sie sie immer an die Freilandbedingungen und bringen sie einige Tage vor dem Auspflanzen ganz nach draußen. Einen Tag vor dem Auspflanzen sind die Jungpflanzen tüchtig anzugießen und am besten an einem bedeckten Tag oder in den kühleren Abendstunden zu pflanzen. Ein gleichmäßiger Abstand beim Pflanzen ermöglicht hohe Erträge. Am gebräuchlichsten ist die Pflanzung im Verband (Dreieckspflanzumg). Das Land sollte so locker und feucht sein, dass ohne Schwierigkeiten mit der Hand gepflanzt werden kann. Wichtig ist dabei, dass sich in dem schmalen Pflanzloch die Wurzeln nicht nach oben biegen. Dadurch würde das Wachstum erheblich ins Stocken geraten.

nach oben


 

Sommerschnitt bei Brombeeren und Himbeeren


Brombeeren tragen im folgenden Jahr Früchte an den langen Ruten, die sich in diesem Jahr gebildet haben. Mehr als vier bis sechs solcher Triebe kann eine Pflanze allerdings kaum versorgen, und an jungen Stöcken belässt man nicht mehr als drei Ruten: Was zu viel ist, wird bodennah abgeschnitten. Viele der diesjährigen Ruten bilden Seitentriebe, die man noch im Sommer auf zwei bis drei Augen zurückschneiden sollte.
Himbeerpflanzen, die im Sommer getragen haben, werden nach der Ernte ebenerdig zurückgeschnitten, die Triebe vernichtet, denn sie können Krankheitserreger und Schädlinge beherbergen. Die neuen Triebe bleiben unangetastet, denn diese fruchten im nächsten Jahr.

nach oben


 

Algen im Gartenteich


13,5 Prozent aller bundesdeutschen Gartenbesitzer haben sich einen mehr oder minder großen Teich angelegt. Umweltbewusstsein, Sehnsucht nach einem Stück "eigener" Natur, die Möglichkeit, Lebensvorgänge zu beobachten, Spielerei und Hobby sollen die Gründe dafür sein, dass jährlich über 200.000 Wassergärten - vom Bakterienbiotop bis Weiher - hinzukommen. Was künstlich angelegt wurde, benötigt natürlich Pflege. Doch wenn der Durchblick fehlt, ist häufig Stress angesagt. Selbst die "echte" Natur lässt sich nicht bis auf den Grund gucken. Zu einem intakten Teich gehört auch ein geringes Algenwachstum. Wenn's überhand nimmt, dann ist dafür eine Überproduktion sich zersetzender organischer Substanzen (= Nährstoffe) und vor allem Sauerstoffmangel verantwortlich. Folgende Tipps helfen, das Gartengewässer weitgehend "klar" und die Algen im Zaum zu halten.

Im Herbst oder Frühjahr sollte der Teich ein wenig "gereinigt" werden. Dazu etwa ein Drittel des Bodens vorsichtig entfernen. Bei einigen stark wachsende Wasserpflanzen kann hier und da die vorhandenen Biomasse verringert werden. Pflanzen, die in Kunststoffkörben stehen, dazu aus dem Gewässer ziehen und von verwelktem, beschädigtem Laub säubern und wieder verpflanzen. Diese Pflegemaßnahme verhindert, dass zu viel Nährstoffhaltiges im Teich bleibt. Große Flächen von Algenwatte lassen sich mit einer langgestielte Harke vorsichtig abfischen. Die schwimmende grüne Watte kann auch um ein vierkantiges Holz (kann die Teichfolie nicht perforieren) gewickelt werden. Zur Beschattung der Wasseroberfläche eignen sich Pflanzen mit Schwimmblättern, wie Seerose, Lotos, Seekanne oder Froschbiss. Selbst Grünes, das unter der Wasseroberfläche wächst, wie Wasserschlauch und Wasserpest, wirkt wasserreinigend. Wasserflöhe, die nur dann im Teich überleben, wenn keine Fische auf Futtersuche sind, sorgen für eine "kleinere" Algenplage.

Bei starker Verdunstung am besten keine größeren Mengen nährstoffangereichertes Wasser nachfüllen. Auch das "erste" Regenwasser sollte gemieden werden. Es enthält meistens von den Dächern mitgewaschene Stickoxide, und dieses fördert das Algenwachstum. Ein zu sonniger Standort verstärkt zusätzlich die Nährstoffanreicherung. Deshalb sollte der Teich nicht den ganzen Tag der vollen Sonne ausgesetzt sein. (Vier bis sechs Stunden reichen für den Pflanzenwuchs völlig aus.) Schatten spendende Gehölze können hier die Rettung sein. Das "geschützte" Teichwasser bleibt kühler, übermäßiges Wachstum wird eingeschränkt. Für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr im Teich sorgt eine Neuheit. "Aguafit-Solar" ist eine Pumpe, die bis zu 2.000 Sonnensunden im Jahr ohne Stromkosten Faulprozesse hemmt und so das Algenwachstum nachhaltig vermindert. Der Griff zu chemischen Algenhemmern (Algiziden) hilft nur bedingt, da diese in der Regel den Teich nur kurzfristig klären, die Ursachen für das Algenwachstum jedoch nicht dauerhaft beseitigen.
 

nach oben


Schnecken


Schnecken sind vermutlich die aktivsten Quälgeister im Garten. Und es scheint, als würden es von Jahr zu Jahr immer mehr werden. Was tun, wenn man nicht zum Schneckenkorn greifen will?

Egal, ob Nackt- oder Gehäuseschnecken - Wasserverlust und Hitze sind die natürlichen "Feinde" der aktiven Schleimer. Trocknen und saugfähigen Untergrund mögen sie überhaupt nicht. Hier müsste beim Kriechen dann sehr viel Schleim produzieren werden, und die Gefahr der schnelleren Austrocknung ist groß. Kaum zu glauben, aber wahr - nicht alle Schnecken sind nur hungrig auf Gemüse- und Gartengrün.

Die einheimische, etwa bis zu 15 cm lange Rote Wegschnecke ernährt sich zu nicht einmal fünf Prozent von frischen Pflanzen. Sie bevorzugt welkende Kräuter, Laub und Pilze. Frisches Grün liebt die Spanische- und Große Wegschnecke. Besonders die nackten Exemplare sind nachtaktiv: Ihre empfindliche Haut ist auf Feuchtigkeit angewiesen. Trockene Luft oder sonnige Wärme verursachen ihnen Stress. Es sind deshalb die vielen Regentage, die dafür sorgen, dass sich der Garten im "Schneckentempo" mit Schnecken aller Art füllt.

Was tun? Chemie einsetzen oder Natur? Mittel mit "Eisenphosphat" sorgen dafür, dass sich Schnecken vor ihrem Lebensende noch rechtzeitig vergraben. Für ein dauerhaftes Wegbleiben sorgen "Methiocarb" und "Methaldehyd" als verlässliche Wirkstoffe. Wobei der biologisch gärtnernde und denkende Mensch auf Methaldehyd verzichtet. Biologischer sind da Fadenwürmer (Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita). Diese dringen in die Schnecken ein, geben dort ein Bakterium ab, das nach drei Tagen einen Fraßstopp verursacht. Dieses Mittel hat (von den Schnecken einmal abgesehen) keinerlei Nebenwirkungen. Der Nachteil ist, dass es ganz spezifisch nur gegen die genetzte Ackerschnecke wirkt.

Wer Schnecken mit Bierfallen in den Garten lockt, hat selber schuld, wenn diese zuvor erst einmal einen Salat "verpreisen". Wesentlich erfolgreicher sind künstliche Unterschlupfmöglichkeiten in Form flacher Steine, Brettchen oder nasser Tücher. Mit Salatblättern oder Melonenstücken werden die "Hungrigen" gelockt. Dann früh morgens aufsammeln und sich für einen anderen Aufenthaltsort auf der Erde oder im Schneckenhimmel entscheiden.

Wer (fraß)gefährdete Pflanzen frühmorgens mit Gesteinsmehl bestäubt, verärgert die Kriecher nachhaltig. Frisches Stroh um die Pflanzen oder feiner Häcksel sind auch gern verwendete Schneckenbarrieren. Wer möglichst Eberraute, Duftsteinrich, Eisenkraut, Nelken, Kreuzkraut, Kapuzinerkresse, Kräuter, Akelei, Schleierkraut, Ehrenpreis, Schwertlilien, Farne, Phlox, Staudenwicken, Frauenmantel, Flockenblume, Goldrute, Storchschnabel, Heiligenkraut, Schafgarbe oder Pfingstrosen pflanzt, soll weniger Sorgen mit dem Schneckenfraß haben.

nach oben

 


Gärtnerische Inspirationen


In diesem Jahr mit der magischen Zahl soll der Garten endlich ein neues Gesicht bekommen. Der Januar eignet sich besonders gut dafür, über Veränderungen im Allgemeinen und im Besonderen, beispielweise im Garten, nachzudenken. Planung und Entwurf sind immer der erste, wichtige Schritt - egal, ob es sich um eine Um- oder Neugestaltung handelt. Eine Blumen- oder Liegewiese muss ebenso geplant werden wie der Bau eines Teichs oder Biotops. Exakte Planung ist erforderlich beim Umbau der Terrasse zum Feiern oder Relaxen, bei der Anlage eines Bauern- oder Naturgartens und bei sich schlängelnden, hölzernen oder mit Naturstein gepflasterten Wegeverläufen. Sorgsam überdacht werden sollte, ob eine gepflanzte oder verdrahtete Grenzgestaltung angesagt wäre, wo der neue Kompostbereiter oder die Regentonne aufgestellt werden sollen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er seine Idealvorstellungen eines Gartens sofort verwirklichen möchte. Dem einen schwebt ein akribisch angelegter Barockgarten vor, der andere schätzt den englischen Stil, wieder andere möchten eine "grüne Hölle" mit vollem Sichtschutz. Stellt sich spontan die Frage: "Was davon soll sofort verwirklicht werden?" Eine schnelle Antwort: "Bitte nicht alles auf einmal".

Ob der gesamte Garten oder nur Teilbereiche umgestaltet werden sollen - eines ist für die meisten Gartenbesitzer von vornherein wichtig: Der Garten soll Ort der Ruhe und Entspannung sein. Wer plant und entwirft, lernt seine Umgebung, seine Pflanzen, Blick- oder Schwerpunkte seines Gartens, aber auch seine eigenen Möglichkeiten der Verwirklichung kennen. Die sprudelnden Quellen der gärtnerischen Inspiration 2000 sind vielfältig. Da gibt es die wöchentlich erscheinenden Gartenzeitschriften mit unendlich vielen Gestaltungsideen sowie das Design-Buch von Terence Conran und Dan Pearson. Wer genügend Zeit hat, und keinen Planer oder Gartenarchitekten beauftragen will (was sich oft rechnen würde), muss sich um so intensiver mit der Gartenmodernisierung beschäftigen. Sachkunde Hilfestellung geben fachkompetente Gärtner/innen in Baumschulen oder Profigartencentern. Sie können die Vorstellungen, Wünsche oder Visionen der Kunden durch intensiven Gedankenaustausch verstärken oder gärtnerisch lenken. Das Interesse der Profis in Sachen Beratung ist noch größer, wenn sich aus dem Planungsvorhaben möglicherweise ein "blühendes" Geschäft ergeben könnte. Nach der Konzeption folgt in der Regel die Warenbeschaffung. Der Blick auf die farbigen Skizzen in den vielen Gartenzeitschriften und Katalogen lässt den Garten im Geiste schon erblühen.

nach oben

 


 Apfelmehltau

 Erreger
Der Apfelmehltau (Podosphaera leuchotricha) gehört neben dem zu den wichtigsten Pilzkrankheiten beim Apfel. Die Krankheit stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo sie vor über 200 Jahren zum ersten Mal beschrieben worden ist. Heute findet sie sich nahezu weltweit in allen Gebieten, in denen Apfelanbau betrieben wird. Der Schaden zeigt sich insbesondere durch die Reduzierung der Blattmasse sowie in Ertragseinbußen (sortenabhängig sind bis zu 70% möglich).

Namensgebung
Die Bezeichnung Apfelmehltau ergibt sich sinngemäß aus der bevorzugten Wirtspflanze (Apfel) sowie der systematischen Zuordnung innnerhalb der Pilze (Mehltaupilze).

Wirtspflanzen
Der Pilz befällt im wesentlichen den Apfel - es können aber auch andere Malus-Arten befallen werden - und, wenngleich seltener, die Birne. Beim Apfel liegen ausgeprägte Sortenunterschiede vor. Als sehr anfällig gelten z.B. die Sorten Cox Orange, Elstar, Jonagold, Jonathan, Melrose oder Klarapfel. Wenig anfällig sind z.B. Alkamene oder Berlepsch. Mehltauresistent sind beispielsweise diverse Vertreter aus dem Re-Sortiment aus Dresden-Pillnitz: Rewena, Reanda, Remo und Resi aber auch andere Sorten wie Priscilla. Bei Birnen ist die Sorte Trévoux sehr anfällig. Weitere Wirtspflanzen neben Apfel und Birne sind Quitte (Cydonia), Prunus-Arten (Pfirsich) aber auch Spiraea-Gewächse (Spierstrauch).

Krankheitsbild
Die Symptome des Apfelmehltaus zeigen sich an fast allen oberirdischen Pflanzenteilen, d.h. Knospen, Trieben, Blatt- und Blütenblätter als auch an den Früchten. Vom Mehltau befallene Knospen sind innerhalb der Vegetationsruhe an den deutlich gespreizt abstehenden Knospenschuppen gut zu erkennen. Dies gilt inbesondere für die Spitzenknospen. Der Blattaustrieb erfolgt verspätet. Bedingt durch die erhöhte Frostempfindlichkeit befallener Knospen kann der Austrieb aber auch ganz ausbleiben. Die jungen, frisch ausgetriebenen Blätter weisen einen oberseitigen oder auch beidseitigen mehligen Belag auf, rollen sich vom Blattrand zur Blattoberseite hin ein, stehen steil aufwärts und werden hart und brüchig. Später infizierte Blätter zeigen vergleichbare Symptome, verfärben sich jedoch auf der Blattunterseite häufig rötlich. Der Blattabwurf betrifft in erster Linie die älteren Blätter, sodaß sich in Folge symptomatisch eine Art "Mehltaupinsel" oder "Mehltaukerze" ausbildet. Befallene Blütenblätter verfärben sich, verkümmern und überziehen sich mit einem weißen Pilzgeflecht. Befallene Triebe weisen ebenfalls einen mehligen Pilzbelag sowie Zweigdeformationen auf. Infizierte Früchte sind von einer netzartigen Struktur überzogen, die insbesondere bei roten Sorten sehr auffallend ist.

Biologie
Die Überwinterung des Apfelmehltaus geschieht als lebendes Myzel innerhalb der Blatt- und Blütenknospen, die der Pilz bereits im Vorjahr, etwa im Juni, infiziert hat; nachgewiesen wurde diese Art der Überwinterung übrigens erst 1927 durch Woodward. In strengen Wintern, d.h. bei Temperaturen um -20°C sterben die befallenen Knospen und mit ihr auch der Pilz ab; der Pilz ist ein obligater Parasit und benötigt lebendes Gewebe. Die Bildung der Konidien, der Verbreitungsorgane des Pilzes, setzt bereits im zeitigen Frühjahr vor dem Öffnen der Knospen ein. Damit liegen bereits zum Zeitpunkt des Knospenaufbruches ausreichende Mengen an Pilzsporen vor, die unter günstigen klimatischen Bedingungen rasch zu ersten Blattinfektionen führen. Optimale Entwicklungsbedingungen findet der Apfelmehltau bei schwülwarmen (20-25°C) Bedingungen. Mit aus diesem Grund werden die Mehltaupilze auch allgemein als "Schönwetterpilze" bezeichnet. Zum Auskeimen ist im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen kein Wasserfilm erforderlich - tropfbares Wasser hemmt im Gegensatz die Keimung der Konidien - sondern nur eine entsprechend hohe Luftfeuchtigkeit (70% reichen hier bereits aus). Günstig wirkt sich die Behaarung der Apfelblätter aus, da die Konidien wie in einem Rasen windgeschützt eingebettet sind und hier zugleich eine für die Keimung förderliche hohe Luftfeuchtigkeit vorliegt. Die im Frühjahr gesetzten ersten Neuinfektionen werden auch als Primärinfektionen bezeichnet. Von diesen befallenen Blättern gehen alle weiteren Infektionen (= Sekundärinfektionen), aus. Eine deutliche Zunahme läßt sich in den Monaten Mai/Juni beobachten. Zu diesem Zeitpunkt finden sich optimale Klimabedingungen für den Pilz, auch sind die Blütenblätter sehr empfindlich gegenüber einer Mehltauinfektion, können somit die Ausbreitung mit fördern. Etwa im Juni werden bereits die neu angelegten Knospen infiziert. Alte Blätter (über 2 Wochen nach Wachstumsbeginn) werden nicht mehr oder nur im geringem Maße infiziert, hier liegt eine weitgehende Resistenz vor. Teilweise kommt es auf den Trieben oder Früchten zur Bildung von dunklen Überdauerungsorganen, den sogenannten Kleistothecien (Durchmesser ca. 0,1 mm), die jedoch für die Überwinterung und Verbreitung des Pilzes nur eine sehr untergeordnete Bedeutung haben.

Vorbeugung und Bekämpfung
Als Maßnahme der Wahl gilt die Verhinderung einer Primärinfektion, d.h. es ist im Rahmen des Winterschnittes auf befallene Knospen zu achten und diese mit den Trieben zu entfernen. Eine Kompostierung des Materials ist uneingeschränkt möglich, da der Pilz als obligater Parasit auf lebendes Gewebe angewiesen ist. Zum Zeitpunkt des Austriebes und der Blüte sollte nochmals kontrolliert und zurückgeschnitten werden. Mit dieser einfachen, jedoch effektiven Schnittmaßnahme läßt sich auf chemische Maßnahmen im Laufe der Vegetation unter Umständen ganz verzichten. Die Düngung ist begleitend zu optimieren, da sowohl ein Nährstoffmangel als auch -überschuß die Pflanze schwächt und den Mehltau fördert. Ähnlich effektiv wie der Schnitt sind kalte Winter, da hier viele der befallenen Knospen und mit Ihnen der Apfelmehltau abstirbt. Bei der Wahl nach geeigneten Präparaten kann beispielsweise Netzschwefel eingesetzt werden. Schwefel wirkt erst bei höheren Temperaturen über 15°C ausreichend, kann aber bei empfindlichen Sorten bei Temperaturen jenseits der 25°C bereits erste Schäden hervorrufen. Bezüglich der Empfindsamkeit der Sorten kann keine allgemeine Empfehlung gegeben werden, da hierzu unterschiedliche Erfahrungen vorliegen. Weiter einsetzbar als Fungizid ist z.B. BAYFIDAN (Triadimenol) oder SAPROL NEU (Triforin). Durch die Auswahl geeigneter, d.h. resistenter Sorten (siehe Wirtspflanzen) aber auch durch die oben angeführten Schnittmaßnahmen läßt sich ein Befall jedoch nahezu ausschließen bzw. bleibt unterhalb der Schadensschwelle.

nach oben


Birnengitterrost

 An den Trieben bestimmter Wacholderarten finden sich derzeit dunkelbraune, warzenähnliche Erhebungen, die einige Zeit später zu auffällig orangebraunen, zungenförmigen bis blasenartigen Gebilden heranwachsen (vor allem nach Niederschlägen).

Es handelt sich hierbei um die Sporenlager des Wacholderrostes. Dieser Rostpilz wechselt kurze Zeit später zu Birnen über und führt dort zum bekannten Schadbild des Birnengitterrostes (Gynosporangium sabinae). Der Birnengitterost zeigt sich ab Mai durch auffällige orangefarbene Flecken auf den Birnenblättern.

Der wirtswechselnde Wacholderrost bzw. Birnengitterrost lebt ganzjährig auf bestimmten Wacholderarten. Als besonders anfällig gelten Arten und Sorten des Chinesischen Wacholders (Juniperus chinensis, z. B. ´Pfitzeriana'), des Sadebaums (Juniperus sabina) und des Rotzederwacholders (Juniperus virginiana). Da bereits jetzt ein Anschwellen der Sporenlager an Wacholdern festzustellen ist, muss in absehbarer Zeit mit dem Beginn des Sporenfluges zu den Birnenbäumen gerechnet werden. Eine direkte Bekämpfung des Rostpilzes am Wacholder ist nicht möglich. Im Grunde ist dies auch nicht erforderlich, da der Pilz an ihnen keine nennenswerten Schäden verursacht. Von größer Bedeutung ist der Pilz allerdings an der Birne (Birnengitterrost).

Um ein Überwechseln des Pilzes zu den Birnen zu verhindern, wäre es eventuell sinnvoll, erkrankte Triebe an den Wacholdern bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden.

Außerdem lässt ein Befall mit dem Birnengitterrost weitgehend verhindern, wenn die Bäume mehrmals von Beginn des Austriebs bis etwa Ende Juni gegen Schorf behandelt werden, z. B. mit Pilzfrei Ectivo (Nebenwirkung gegen Birnengitterrost).

 

nach oben


Dahlien pflanzen



Dahlien stammen aus Mittelamerika und gelangten vor über 200 Jahren von Mexiko über Spanien in unsere Gärten, wo
sie sich seitdem ungebrochener Beliebtheit erfreuen. Durch ihre monatelang andauernde Blütenpracht in allen
erdenklichen Formen und Farbschattierungen verwandeln Dahlien jeden Garten in ein regelrechtes Blütenmeer. Nach
den Eisheiligen (ab Mitte Mai) werden die Knollen in vorbereitete Pflanzlöcher gelegt und etwa eine Handbreit mit
Erde bedeckt. Der Boden sollte vor der Pflanzung mit dem Kultivator gut durchgearbeitet und mit einem Volldünger
versorgt werden. Dahlien bevorzugen ganz gemäß ihrer Herkunft einen sonnigen Standort mit einem gut durchlässigen
Boden. Eine Kompostgabe direkt ins Pflanzloch ist empfehlenswert, wenn es sich um ein extrem trockenes Frühjahr
oder um sehr schweren Boden handelt. Der Pflanzabstand ist von der Höhe der Sorte abhängig und sollte zwischen 60
und 100 Zentimeter liegen. Vergessen Sie nicht bei sehr hoch wachsenden Sorten vor dem Pflanzen einen Haltestock
in den Boden zu schlagen, an dem die Pflanzen später stabilisiert werden können. Außerdem ist so die Pflanzstelle
markiert und die Knollen werden nicht beschädigt. Gegossen wird, wenn die ersten Triebe erscheinen, die Knollen
selbst werden nach der Pflanzung nicht gegossen. Von den frischen Trieben belässt man nur die zwei bis drei
stärksten an der Pflanze, alle übrigen werden entfernt. Als Düngung empfiehlt sich ein organischer Volldünger, der
zwei bis drei Wochen nach Erscheinen der ersten Triebe angewendet wird. Im Juli sollte die Düngung wiederholt
werden.

nach oben


 

Teichbau will Gekonnt sein

Als Teichliebhaber beobachte ich seit vielen Jahren mit Freude, dass die Zahl der Teichbesitzer stetig wächst. Immer mehr Menschen möchten die Faszination erleben, die von einem individuellen Teich ausgeht und versuchen, sich dieses Stück lebendige Natur in ihren Garten zu holen. Sie träumen von ihrer Oase der Harmonie im stressgeplagten Alltag und planen und bauen für ihr Ziel. Leider zerplatzen viele dieser Träume wie Seifenblasen, weil der Teich vor sich hin dümpelt und nicht erwartungsgemäß funktioniert. Die Frage nach der Ursache des Misslingens ist nicht leicht zu beantworten, denn die möglichen Fehlerquellen beim Teichbau sind vielfältig.
Ich möchte Ihnen, liebe Leser, Enttäuschungen ersparen und Sie in die "Wissenschaft Teichbau" einweihen. Schritt für Schritt werde ich Ihnen auf den folgenden Seiten umfangreiche Anleitungen für den Bau eines Gartenteichs geben, mit dem Sie lange Freude haben werden, denn Teichbau will gekonnt sein.

nach oben

 


Typische Fehler beim Teichbau

Landschaftsarchitekten und Gartenbauer gestalten wunderschöne Gewässer mit vielen Accessoires, großen Steinen, langen Bachläufen manchmal sogar nach japanischen Vorbildern.
Sie wollen ihren Kunden ihr Können zeigen, achten aber hauptsächlich auf das optische Bild. Die biologischen Abläufe geraten zum großen Teil ins Abseits, meist aus Unkenntnis das Fach "Teichbau" wird den Gartenarchitekten nicht gelehrt. Wer schon einmal darauf geachtet hat, wie Teiche in Fach- und Laienzeitschriften meist abgebildet sind, erinnert sich wahrscheinlich daran, dass sich in den Randbereichen von Teichen und Bachläufen Berge von Steinen türmen. Hierdurch wird ein falsches Bild vermittelt, das eigentlich nur im Hochgebirge bei stark fließendem Wasser existiert. Auch leben in bildlichen Darstellungen dieser "Gebirgsbäche" Goldfische und Kois, realistisch wären aber Forellen! Hier wird der Betrachter in die Irre geführt, weil sich ihm wunderschöne Teiche einprägen, die keinerlei Naturgesetze berücksichtigen. Jedoch müssen die im Wasser lebenden Tiere Vorrang haben und nicht das menschliche Auge. Für Fische bedeuten Teiche, die eine artgerechte Haltung unmöglich machen, Tierquälerei ohne Fluchtmöglichkeit. Auf Steine und Wasser werde ich später näher eingehen.
Unzählige Bücher über Teichbau wollen Wissen vermitteln, die Aspekte der Verfasser spiegeln jedoch ebenfalls mangelndes Wissen wider. Wer einige Bücher gelesen hat, kann leicht den Eindruck gewinnen, dass ein Autor vom anderen abgeschrieben, Fotos ausgetauscht, Sätze verändert hat und selbst ein neues Gartenteichbuch herausgibt! Die meiste Literatur über Teichbau beinhaltet leider nur lückenhaftes Wissen und widerspricht ihrem eigentlichen Sinn: dem richtigen Teichbau. Selbst für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ist das Thema Teichbau zum unerschöpflichen Thema geworden, und doch gelingt es nicht, den Funktionsweisen der Natur auf die Spur zu kommen. Wie mit einfachen Mitteln Fehler vermieden werden können, wird den Lesern nicht vermittelt. Ich habe die starke Vermutung, dass es wirtschaftliche Interessen der Industrie sind, die Unkenntnis der Gartenliebhaber auszunutzen und noch zu fördern.

nach oben

 


Fertigteiche

Geschickt angefertigte Bilder von Fertigteichen begeistern ihre Betrachter, jedoch werden Naturdarstellungen so verzerrt, dass falsche Tatsachen vorgetäuscht werden. Es wird deutlich, dass die Natur bei den Fertigteich-Herstellern unberücksichtigt bleibt und Teichformen aufgrund kommerzieller und transporttechnischer Überlegungen hergestellt werden. Diese Aspekte möchte ich verdeutlichen: Wenn viele Teiche zum Transport ineinander gestapelt werden können, werden dadurch die Transportkosten gesenkt. Außerdem lassen sich Materialkosten sparen, wenn die Konstruktion für tiefere Zonen bzw. den Boden einen Durchmesser von höchstens 70 bis 80 Zentimeter aufweist. Denn das dünne Material würde bei größeren Abmessungen dem Wasserdruck nicht standhalten und instabil werden.
Die Prospekte bilden auch immer wieder viele Fische in kleinen Teichen ab, was angehende Teichbesitzer zu der Annahme bringt, tatsächlich vielen Fischen einen Lebensraum in einem kleinen Teich geben zu können. Jedoch handelt es sich hierbei um eine Täuschung wenn nicht sogar Anstiftung zur Tierquälerei, und das möchte ich mit einer eigenen Erfahrung begründen: In den Wintermonaten der Jahre 1995 und 1996 hatte starker Frost viele Gewässer mit einer bis zu 35 Zentimeter starken Eisdecke bedeckt. Bei tiefen Gewässern steht unter der gefrorenen Schicht noch ausreichend Wasser zur Verfügung. In flachen Teichen, und hier besonders bei Fertigteichen, betrug der Fischverlust in diesen Wintern bis zu 95 Prozent auch Frösche hatten kaum eine Überlebenschance.

nach oben


Tierquälerei

Beim Aussprechen des Wortes "Tierquälerei" werde ich von vielen Teichliebhabern, auch von denen mit Mini-Teichen, erstaunt angesehen und gefragt, ob es im Gartenteich überhaupt Tierquälerei gäbe. Ja, es gibt Tierquälerei auch im Gartenteich! Wir wehren uns gegen Käfighaltung in Hühnerfarmen, doch diese ist harmlos im Verhältnis zu dem Dahinvegetieren von Fischen in Fertigteichen oder kleinen Folienteichen. Für Käfighühner hat nach 14 Monaten Produktionszeit die Qual ein Ende. Fische aber müssen viele Jahre auf engstem Raum, in den Sommermonaten oftmals in völlig veralgtem Wasser, ihr Leben fristen. Im allgemeinen werden 10 bis 15 Fische in nur 2 bis 5 Kubikmeter Teichwasser gehalten. Beim Schwimmen, egal in welche Richtung, stoßen sie nach einem Meter gegen eine schwarze Wand aus Plastik. Jeder, der schwimmende Fische einmal beobachtet hat, wird sich den Stress gut vorstellen können, er weiß, dass Fische gern schnell schwimmen und spielen. Deshalb sind Fertigteiche, auch wenn sie 80 Zentimeter tief sind, wegen ihres geringen Rauminhaltes für die Ansiedlung von Fischen ungeeignet. Und wer glaubt, dass die Fische sich wohl fühlen, weil im Sommer über 100 Jungfische den Teich bevölkern, erliegt einem Trugbild: Je mehr Angst Tiere und Pflanzen um ihr Überleben haben, desto intensiver ist die Artenvorsorge. Dieses Phänomen wird bei Fischen in falsch gestalteten Teichen besonders deutlich!
In einige Teichanlagen habe ich Unterwasserscheinwerfer installiert und kann so Fische bei Nacht beobachten. Die großen und kleinen Fische spielen wie Kinder. Selbst die großen Karpfen schubsen, drehen sich, schlagen Haken und schwimmen manchmal blitzschnell auf ihre Artgenossen zu. Ich kann mich gar nicht satt sehen an diesen herrlichen, mächtigen Fischen, sie beim Gründeln zu beobachten, wie sie kopfüber, bis zu den Kiemen im Sand, nach Schnecken und Würmern suchen. Und ich wünsche mir, dass alle Teichbesitzer und vor allem die Teichfische diesen Genuss erleben dürfen! Die Voraussetzungen dafür sind, dass nicht rundherum Plastik, sondern ein Stück Lebensraum geschaffen wird, in denen die Natur eine Chance erhält.
Freunde der Aquaristik haben sich die Beobachtungen des Verhaltens von Fischen zum Hobby gemacht. Die vielen quirligen Facetten im Wasser eines gut gepflegten Aquariums bringen in jede Wohnung eine lebendige Atmosphäre und dem Betrachter bereits nach wenigen Minuten Entspannung

nach oben


Klares Wasser im Gartenteich

Die Biologie bestimmt die spätere Qualität eines Teiches. Was beim Bau eines Gartenteiches zu beachten ist, von der Notwendigkeit einer Filteranlage bis hin zum Baumaterial, will gut durchdacht sein. Diese Biologie kann nicht funktionieren, indem ein Loch in den Boden gegraben wird, das mit einigen Quadratmeter Folie ausgelegt wird. Zum Schluss werden Wasser eingelassen und am Rand einige Pflanzen eingesetzt das wird kein Gartenteich! Auch wer einen Fertigteich anstelle von Folie kauft, hat zwar Geld ausgegeben und gearbeitet, aber er hat keinen Gartenteich geschaffen!
Leider bilden diese Maßnahmen aber die Regel beim Teichbau. Unwissende setzen dann nach nur wenigen Tagen Fische ein, weil der Händler meint, dass man das ruhig machen könne. Leider haben die Wassertiere weder ein Mitspracherecht noch können sie streiken.
Wer einen Teich anlegen will, holt sich oft Rat bei Nachbarn, die selbst Teichbesitzer sind, besorgt sich Prospektmaterial in Baumärkten, kauft preiswerte Bücher zum Selbstbau und versucht mit diesen Hilfsmitteln, seinen individuellen Teich zu entwickeln. Aus der Lektüre geht meist hervor, dass eine Tiefe von einem Meter ausreicht, um allen Fischen ein Überwintern zu sichern. So gräbt der Teichbauer das Loch maximal einen Meter tief, die Arbeit ist hart und für das ausgegrabene Erdreich ist gerade genug Platz, um es auf dem eigenen Grundstück unterzubringen. Wenn der Teich fertig ist, kann der Besitzer für einige Wochen seinen Teich genießen, bis dann das Wasser von Tag zu Tag grüner wird und er sich sorgenvoll im Fachgeschäft beraten lässt.
Der Händler rät seinen Kunden in der Regel zum Algenvernichter, der nach Gebrauchsanweisung zu verwenden ist. Schon wenige Stunden nach der Verwendung eines Algenvernichtungsmittels ist der Erfolg sichtbar: Die Algen sind verschwunden und das Wasser ist wieder kristallklar. Aber die Freude hält nicht lange an. Schon nach einigen Wochen, bei warmen Wetterlagen auch eher, beginnt der Ärger von vorn. Das Wasser wird erneut grün und die Fische schwimmen an der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft. Der Verkäufer im Fachgeschäft weiß Rat, der sinnvoll erscheint: Gegen die Algenplage empfiehlt er ein Mittel, das besser und länger wirken soll. Gegen die Luftknappheit sollte ein Sauerstoffsprudler oder Oxidator installiert werden. Ein folgsamer Teichbesitzer kann mit diesen Maßnahmen einige Monate aufatmen, bis sich dann die Algen auch an allen Teichwänden und Steinen festsetzen.
Es braucht lange, das Misstrauen des Teichbesitzers zu wecken. Weitere kostspielige Anschaffungen werden empfohlen. Ein Filtersystem mit UV-Lampe soll das Wasser das ganze Jahr sauber halten, "garantiert". Diese Anschaffung kostet den Kunden bis zu 1000 Euro. Der Kunde wird in etwa einem Jahr eine neue Lampe kaufen, da sie nach einer begrenzten Stundenzahl nicht mehr leuchtet. Diese zusätzlichen Ausgaben, die oftmals die Kosten der Teichherstellung überschreiten, sind für Industrie und Handel sehr lukrativ. Jedoch handelt es sich bei Filtern mit UV-Licht um eine Täuschung. Sie lösen die Probleme nicht, weil biologisch wichtige Vorgänge vernichtet werden! Im Schwimmteichbereich sind diese Filter mit UV-Licht durch den Verband der Schwimmbadhersteller verboten worden, die Gefahr von allergischen Hautkrankheiten, besonders bei Kindern, sei zu hoch. Die Biologie bestimmt die spätere Qualität eines Teiches. Was beim Bau eines Gartenteiches zu beachten ist, von der Notwendigkeit einer Filteranlage bis hin zum Baumaterial, will gut durchdacht sein. Diese Biologie kann nicht funktionieren, indem ein Loch in den Boden gegraben wird, das mit einigen Quadratmeter Folie ausgelegt wird. Zum Schluss werden Wasser eingelassen und am Rand einige Pflanzen eingesetzt das wird kein Gartenteich! Auch wer einen Fertigteich anstelle von Folie kauft, hat zwar Geld ausgegeben und gearbeitet, aber er hat keinen Gartenteich geschaffen!
Leider bilden diese Maßnahmen aber die Regel beim Teichbau. Unwissende setzen dann nach nur wenigen Tagen Fische ein, weil der Händler meint, dass man das ruhig machen könne. Leider haben die Wassertiere weder ein Mitspracherecht noch können sie streiken.
Wer einen Teich anlegen will, holt sich oft Rat bei Nachbarn, die selbst Teichbesitzer sind, besorgt sich Prospektmaterial in Baumärkten, kauft preiswerte Bücher zum Selbstbau und versucht mit diesen Hilfsmitteln, seinen individuellen Teich zu entwickeln. Aus der Lektüre geht meist hervor, dass eine Tiefe von einem Meter ausreicht, um allen Fischen ein Überwintern zu sichern. So gräbt der Teichbauer das Loch maximal einen Meter tief, die Arbeit ist hart und für das ausgegrabene Erdreich ist gerade genug Platz, um es auf dem eigenen Grundstück unterzubringen. Wenn der Teich fertig ist, kann der Besitzer für einige Wochen seinen Teich genießen, bis dann das Wasser von Tag zu Tag grüner wird und er sich sorgenvoll im Fachgeschäft beraten lässt.
Der Händler rät seinen Kunden in der Regel zum Algenvernichter, der nach Gebrauchsanweisung zu verwenden ist. Schon wenige Stunden nach der Verwendung eines Algenvernichtungsmittels ist der Erfolg sichtbar: Die Algen sind verschwunden und das Wasser ist wieder kristallklar. Aber die Freude hält nicht lange an. Schon nach einigen Wochen, bei warmen Wetterlagen auch eher, beginnt der Ärger von vorn. Das Wasser wird erneut grün und die Fische schwimmen an der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft. Der Verkäufer im Fachgeschäft weiß Rat, der sinnvoll erscheint: Gegen die Algenplage empfiehlt er ein Mittel, das besser und länger wirken soll. Gegen die Luftknappheit sollte ein Sauerstoffsprudler oder Oxidator installiert werden. Ein folgsamer Teichbesitzer kann mit diesen Maßnahmen einige Monate aufatmen, bis sich dann die Algen auch an allen Teichwänden und Steinen festsetzen.
Es braucht lange, das Misstrauen des Teichbesitzers zu wecken. Weitere kostspielige Anschaffungen werden empfohlen. Ein Filtersystem mit UV-Lampe soll das Wasser das ganze Jahr sauber halten, "garantiert". Diese Anschaffung kostet den Kunden bis zu 1000 Euro. Der Kunde wird in etwa einem Jahr eine neue Lampe kaufen, da sie nach einer begrenzten Stundenzahl nicht mehr leuchtet. Diese zusätzlichen Ausgaben, die oftmals die Kosten der Teichherstellung überschreiten, sind für Industrie und Handel sehr lukrativ. Jedoch handelt es sich bei Filtern mit UV-Licht um eine Täuschung. Sie lösen die Probleme nicht, weil biologisch wichtige Vorgänge vernichtet werden! Im Schwimmteichbereich sind diese Filter mit UV-Licht durch den Verband der Schwimmbadhersteller verboten worden, die Gefahr von allergischen Hautkrankheiten, besonders bei Kindern, sei zu hoch.

nach oben


Filtersysteme mit UV-Licht

Wird ein Gartenteich falsch angelegt, entstehen unweigerlich Algenprobleme. Das Filtersystem mit UV-Licht täuscht dem Teichliebhaber ein biologisch funktionierendes System nur vor. Der Kunde ist der Meinung, er habe für sein Geld alles bekommen, was für einen fachlich richtig angelegten Gartenteich notwendig ist. Jedoch werden die Fehler der Teichanlage durch den Filter mit Lampe nur kaschiert.
Es ist große Vorsicht geboten, wenn ein Teichbauer nach Fertigstellung des Teiches einen Filter mit UV-Licht kaufen soll, denn für einen richtig angelegten Teich sind solche technischen Vorrichtungen unnötig. Die Natur ist viel besser in der Lage, das Teichwasser sauber zu halten. Mit diesem künstlichen Filtersystem wird das Teichwasser an der UV-Lampe vorbeigeführt. Durch die vernichtenden UV-Strahlen platzen alle Kleinstlebewesen auseinander auch die Alge und das Wasser wird sterilisiert, also abgetötet. Das tote Material wandert durch das System in den Teich und setzt sich ab. Einige Filter-Hersteller versuchen den Eindruck zu erwecken, alles tote Material würde hinter der Lampe mittels Filterschwamm abgefangen, das ist aber nicht möglich. Es bleiben zwar einige Algenklumpen im Schwamm hängen, aber die wichtigsten abgetöteten Kleinstlebewesen sind so klein, dass es nicht möglich ist, sie abzufangen.
Kristallklares, sterilisiertes Wasser lässt Sonnenstrahlen ungehindert bis in tiefe Regionen vordringen. Die Fische, von Natur aus an solche Sicht nicht gewöhnt, werden sehr unruhig, ihnen fehlt der natürliche Sonnenschutz. Im Unterschied zu biologisch gereinigtem Teichwasser enthält das Wasser, welches mit UV-Licht behandelt ist, nicht mehr die Milliarden von Mikroorganismen. Doch die sind nötig, um alle anfallenden Fremdstoffe zu verwerten und damit das Revier sauber zu halten. Nur wenn alle biologischen Verhältnisse stimmen, kann das Wasser nicht verschmutzen. Nur dann haben Algen keine Chance, das Wasser grün werden zu lassen. Algen sind unverzichtbare Bestandteile eines Gewässers und müssen in genügender Zahl vorhanden sein, denn sie sind die Kinderstube aller Kleinstlebewesen. Auch wenn es bei warmen Wetterlagen nicht möglich ist, mehr als zwei Meter in die Wassertiefe zu schauen, muss der Besitzer eines biologischen Teiches nicht verzweifeln.
Die Wasserfarbe ist im Sommer leicht bräunlich bis grau, weil das einfallende Licht alle im Wasser schwimmenden organischen Materialien mit Chlorophyll färbt. Wenn die Lichtstrahlen das Dickicht an Lebewesen durchdringen müssen und immer wieder auf ihrem Weg in die Tiefe unterbrochen werden, kommt es zu der Verfärbung und der damit verbundenen Sichtverschlechterung. Die Sonnenstrahlen werden gebrochen und genau das ist von der Natur so eingerichtet, um allen im Wasser lebenden Tieren einen gewisser Schutz zu geben. Gleichzeitig dienen diese vielen Kleinstlebewesen den Fischen, Fröschen usw. als wichtige Nahrungsquelle. Im Herbst, wenn die Wassertemperaturen zurückgehen, die Sonnenstrahlen flacher und schwächer werden, ziehen sich die kleinen Wasserreinigenden Organismen in ihre Schutzräume, den Sand, zurück und das Wasser klart auf.
Wir müssen lernen, dass biologische Zusammenhänge nur dann funktionieren, wenn wir die Kette normaler Lebensrhythmen nicht unterbrechen. Bei Bedarf sollten wir helfen, nicht aber die Regulierung biologischer Zusammenhänge zerstören. Stellen Sie sich vor, wir würden alle in der Luft schwebenden Kleinstlebewesen zerstören: Es würden 80 Prozent unserer Vogelwelt unweigerlich nach wenigen Tagen verenden!
Wasser mit UV-Licht behandelt, lässt Sonnenstrahlen ungehindert tief ins Wasser eindringen. Fische und Frösche können nirgendwo im Teich Schutz suchen, aber auch sie können einen Sonnenbrand bekommen. Außerdem bedeutet die klare Sicht ein hilfloses Ausgeliefertsein, zum Beispiel einem Fischreiher gegenüber.

nach oben


Die Planung eines Gartenteiches

Die ersten Planungen sollten klären, ob ein großer oder kleiner Gartenteich angelegt werden soll und welchen Zweck er erfüllen soll. Es macht einen Unterschied, ob ein Teich mit Fischbesatz entstehen soll oder ein Teich mit Pflanzen, ein Biotop, das auch gedacht ist für Molche, Frösche und andere Arten aus dem Bereich der Amphibien.
Auf alle Fragen einzugehen, würde den Rahmen dieses Ratgebers bei weitem sprengen. Deshalb werde ich hier nur die wichtigsten Aspekte schildern. Vorab rate ich jedem, der einen Teich plant, selbst einmal in der Natur zu forschen.
Es lässt sich schnell entdecken, dass Naturgewässer, Baggerseen und deren Strände sehr sauber sind.
Trotz Einleiten vieler Fremdstoffe ins Meer finden Menschen dort Erholung und sauberes Wasser. Hier lässt sich mehr lernen als aus den meisten Fachbüchern oder Prospekten mit ihrer versteckten Werbung.

nach oben


Die Anlage eines Gartenteiches

Das preiswerteste Baumaterial ist zur Zeit die Folie. Qualitätsware ist wichtig und sollte immer im Fachgeschäft gekauft werden, dann ist eine Lebensdauer von über 20 Jahren zu erwarten. Verarbeiten Sie keine Folie unter einer Stärke von einem Millimeter.
Der Einbau von Kiessand ist der wichtigste Faktor. Ich verarbeite Estrichsand in der Körnung 1 bis 8 Millimeter. Diesen wasche ich so lange, bis keine Feinteile mehr abgeschwemmt werden. Er wird immer von oben genommen, da die Feinteilchen nach unten abgespült werden. Wenn Sie keine Grundwasserprobleme haben, dann gehen Sie so tief wie möglich ins Erdreich. 2 bis 3 Meter Tiefe sollten Sie mindestens erreichen, damit ein ausreichender Schutz gegen Sonnenstrahlen besteht. Alle Flächen werden in Stufenform modelliert, so wird der Sand auf der Folie gehalten, ohne das dieser abrutscht.
Siehe Bild. Auf jede Stufe wird eine Porotonsteinmauer gesetzt. Dieses Material wird aus Naturton hergestellt und beinhaltet keinerlei toxische Stoffe. Das Röhrensystem dieser Steine bildet schon ein Filtersystem für sich. Beim Einbau werden immer die Öffnungen nach vorn gesetzt. Wenn alle Stufen mauerartig zugestellt sind (trocken und ohne Zement setzen), kann der gesamte Rückraum, bis hin zu der darüberliegenden Stufe, so mit Sand angeschüttet werden, wie ich es vorher beschrieben habe. So entsteht vom Teichgrund bis zur oberen Kante eine geschlossene Sandschicht in der Stärke von ca. 30 Zentimeter. Die Faustregel lautet: 5 Kubikmeter Teichwasser und mindestens 2 Kubikmeter gewaschener Sand!
Wenn Sie einen Fischteich planen, denken Sie daran, dass Fische Unterschlupfmöglichkeiten benötigen, sorgen Sie deshalb für Schutzräume, hier sind zum Beispiel Tonrohre oder Wassereimer mit großen Löchern geeignet. Für Jungfische und Kaulquappen ist locker geflochtener Birkenreisig zu empfehlen.

nach oben


Faulschlammbildung durch eingebauten Sand

ch arbeite in die unterste Sandschicht 2 Kilogramm Zeobakterlith pro Kubikmeter ein. Durch diese Beimischung verhindere ich für die nächsten Jahre eine Faulschlammbildung. Kommt es trotzdem zu Ablagerungen am Grund, kann man zu jeder Jahreszeit kleine Mengen Zeobakterlith von oben nachstreuen. Schon geringe Mengen binden sofort die richtigen Bakterien zum Abbau der abgesunkenen Teilchen und minimieren die Bildung von Faulgas.
Die erste Stufe wird mit mindestens 10 Wasserpflanzen pro Quadratmeter bepflanzt. Ein gutes Gemisch aus vielen Pflanzensorten ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern lockt auch viele Arten von Insekten an den Teich. Auf Rohrkolben sollte verzichtet werden, auch Lilien sind nur in Maßen einzusetzen. Diese beiden Sorten Wasserpflanzen wachsen sehr stark, überwuchern alle Kleinpflanzen und haben durch ihre starke Halmmasse den Nachteil, dass sie durch den winterlichen Verrottungsprozess zu viel Faulschlamm hinterlassen. Wenden Sie sich bei Bedarf immer an eine Baumschule für Wasserpflanzen.
Faulschlamm-Faulgase gehören zu den Kriterien der Landschaftsgärtner, weshalb sie keinen Sand einbauen wollen und auf Bodenabläufe fixiert sind. Bei flachen Gewässern, hohem Fischbesatz und Laubeinfall kann Faulgas sicherlich zum Problem werden. Aber auch hier gibt es Abhilfe: Die eingebaute Sandschicht sollte mindestens 40 Zentimeter im Bodenbereich betragen, um hohe Konzentrationen an Wasserreinigenden Organismen zu binden. Mein Rat: Ist diese Technik nicht anwendbar, dann streuen Sie in Abständen von jeweils ca. 8 Tagen kleine Mengen Zeobakterlith ins Wasser. Die dann am Boden liegenden Zeolithsteinchen (noch besser in Pulverform) beschleunigen den Zersetzungsprozess und binden alle aufsteigenden Gase, bevor der Winter einsetzt. Seit vielen Jahren empfehle ich Besitzern von Kleinteichen mit hoher Belastung diese Technik.
Die Anzahl der Pflanzen berechnet man folgendermaßen: Es sollten 30 Prozent der gesamten Wasseroberfläche bepflanzt sein. Nur sporadisch eingesetzte Pflanzen haben keinen Sinn. Vermeiden Sie lang gezogene Flachwasserzonen oder die immer wieder angepriesenen Sumpfzonen. Ein sehr stark bepflanzter Randstreifen ist wichtig. Die Bepflanzung sollte stark sein, mit mindestens 10 Pflanzen pro Quadratmeter, damit nach möglichst kurzer Zeit der Pflanzbereich zugewachsen ist und Sonnenstrahlen nicht mehr an die unter den Pflanzen liegende Sandschicht treffen.
Setzen Sie alle Pflanzen in den angeschütteten Sand. Zu dicke Teicherde an den Pflanzenwurzeln sollte leicht abgewaschen werden. Auf keinen Fall darf Teicherde oder Lehm als Pflanzen-Untergrund eingebaut werden. Alle eingesetzten Pflanzen müssen von der Energie des Wassers leben. Sie haben keine Nährstoffgrundlage außer der Wassertropfen, die den Pflanzen Energie geben und sie wachsen lassen. (Setzen Sie zum Beispiel den abgeschnittenen Zweig eines Forsythienstrauches, einer Weide, Pappel oder das Blatt eines Usambara-Veilchens in ein Glas Wasser, werden Sie schon nach kurzer Zeit feststellen, dass sich Wurzeln bilden, auch ohne jeden Dünger. Selbst aus Leitungswasser können Pflanzen Energie gewinnen.)
In einer Tiefe von 50 bis 75 Zentimetern wird eine große Anzahl Tannenwedel, Seekanne, Igelkolben und Sumpfschachtelhalm dicht gepflanzt, mindestens 5 Stück pro Quadratmeter. Die darunter liegenden Zonen können Sie unbepflanzt der Natur überlassen. Die beiden bepflanzten Stufen werden zwangsläufig zu Bio-Filtern. Denn weil keine ausreichenden Nährstoffe vorhanden sind, müssen die Pflanzen aus dem Teichwasser alles Nährstoffhaltige herausfiltern. Die Algen werden kaum eine Chance bekommen, sich übermäßig zu vermehren. Sie sind in genügenden Mengen vorhanden und das ist auch gewollt. Sie können den Teichliebhaber nicht verärgern, denn das Wasser bleibt sauber! Und diese biologischen Verhältnisse funktionieren viele Jahre, ohne dass der Mensch eingreifen muss.
Wichtig: Im ersten Jahr zeigen alle Pflanzen wenig Wachstum, einige sehen sogar kümmerlich aus, im zweiten Jahr entwickeln alle Pflanzen ihre volle Größe und blühen reichlich. Setzen Sie im ersten Jahr keine Schwimmpflanzen ein, da die in der Sandschicht stehenden Wasserpflanzen so hohe Nährstoffkomponenten aus dem Wasser ziehen, dass die frei schwimmenden Pflanzen nicht in der Lage sind, die restlichen Nährstoffe für sich in Energie umzuwandeln. Wer trotzdem Krebsscheren, Wassersalat, Hyazinthen und weitere Schwimmpflanzen einsetzt, wird schnell erkennen, dass diese Pflanzen glasig werden, keinerlei Wachstum zeigen oder sogar eingehen.

nach oben


Wie man Seerosen pflanzt

In vielen Prospekten und Büchern wird dazu geraten, Seerosen in einer Tiefe von 100 bis 120 Zentimeter zu setzen. Es wird oft völlig falsch auf Abbildungen gezeigt, wie ein Korb mit einer Seerosenpflanze auf dem Teichgrund steht. Seerosenkörbe dürfen nicht am Grund stehen! Stellen Sie in eine tiefer gelegene Zone einen oder mehrere Kübel, auch Regentonnen sind geeignet. Schneiden Sie mehrere große und kleine Löcher in Seitenwände und Boden. Der Kübel wird nun mit der Öffnung nach unten eingesetzt. Auf den durchlöcherten Boden wird nun der Seerosenkorb gestellt. Legen sie eine alte Gardine oder ein Stück Juteleinen hinein und füllen den Korb bis zu 60 Prozent mit Blähton. Dann folgt bis zum oberen Rand eine Sandschüttung. In diese Schüttung werden 1 bis 3 Seerosen gesetzt. Bei Seerosen verbleibt die Teicherde am Wurzelwerk.
Die Vorteile durchlöcherter Kübel: Sie bieten ideale Unterschlupfmöglichkeiten für Fische und Frösche zu allen Jahreszeiten. Außerdem wachsen nach ein bis zwei Jahren, spätestens aber im dritten Sommer, die Wurzeln der Seerose durch die Löcher des Korbes. Da sie nicht am Boden weiterkriechen können, schweben sie frei im Wasser und bilden einen exzellenten Bio-Filter. Aber noch wichtiger ist, dass im Wurzelwerk der Seerosen eine ideale Kinderstube für Jungfische und Kaulquappen entsteht.
 

nach oben


Wichtig bei einem Gartenteich mit nackten Wänden

Viele Millionen Gartenteiche sind bereits falsch angelegt worden. Eine Umgestaltung wird bei den meisten Teichen nicht möglich sein. Trotzdem sollte jeder Teichbesitzer mithelfen, den Teichbewohnern das Leben so erträglich wie möglich zu machen!
Schaffen Sie biologische Lebensräume. Wo Sandanschüttungen nicht möglich sind, können steile Folienwände mit speziellen Matten verkleidet werden. Kokos ist nicht geeignet, da es nach einiger Zeit zerfällt. Mein Lösungsvorschlag: eine Filtermatte, gefüllt mit mehreren Mineralien. Ungefähr 5 Zentimeter stark, 40 Zentimeter breit und 80 Zentimeter lang ist die Filtermatte Wandolith. An glatte Wände ins Wasser gehängt schafft sie viel Lebensraum für wasserreinigende Kleinstlebewesen. Schon nach wenigen Tagen beginnt im Inneren das biologische Leben, das die Wasserqualität verbessert. (Die Filtermatte Wandolith und das speziell veredelte Zeobakterlith sind zu empfehlen, sie gelten als zur Zeit wichtigste Filtersteine für die Wassertechnik.)
Zeobakterlith ist ein so wichtiger Baustein im Teichbau, weil die Oberfläche dieses Gesteins stark zerklüftet ist und deshalb über eine ungewöhnlich große Ansiedlungsfläche verfügt. Mit diesem Mineral werden falsch konstruierte Teiche in nur wenigen Tagen zu biologischem Leben erweckt. Weitere Vorteile dieses Gesteins sind der Anteil der Hohlräume am Gesamtvolumen beträgt 50 Prozent, was eine Oberfläche am Gestein von 500 bis 800 Quadratmeter pro Gramm ergibt. Die Länge der Hohlräume, welche in 1 Gramm Zeobakterlith enthalten sind, ergeben eine Strecke von mehreren Millionen Kilometer. Im Vergleich zu einem haushaltsüblichen Naturschwamm, der eine Oberfläche von 30 bis 100 Quadratmeter Gesamtfläche hat, ist auch die magnetische Kraft des Gesteins hervorzuheben, mit der organische und gasförmige Stoffe angesaugt und gebunden werden. Da die Hohlräume in kurzer Zeit von vielen wasserreinigenden Kleinstlebewesen, den Mikroorganismen, besiedelt werden, wird jedes Steinchen zum Kleinklärwerk.
Es würde zu weit führen, alle Bakterienstämme aufzuführen würde, die Hohlräume besiedeln, aber alle, die mit Teichbau zu tun haben, sollten sich die Winzlinge einmal unter dem Mikroskop anschauen. Mikroorganismen bestimmen das Leben auf unserer Erde und ohne sie gäbe es auch nicht die Selbstreinigung von Ozeanen, Baggerseen oder Gartenteichen.
Auch Kläranlagen funktionieren nach diesem Prinzip. Nur eine ausreichende Zahl an Kleinstlebewesen kann die Fäkalien angreifen und zersetzen. Ohne jegliche weitere Hilfe ist nach 3 bis 4 Kammern das Wasser so sauber, dass Forellen in dem Wasser schwimmen könnten. Ich möchte die Wirkung von Mikroorganismen anhand eines Versuchs verdeutlichen: In ein Glas Wasser geben wir ein viertel Liter Wasser und einen Tropfen Milch und schütteln diese Mischung. Das Wasser ist getrübt, und die Trübung bleibt 2 bis 3 Tage bestehen, bis sie allmählich wieder verschwindet. Sobald das Wasser wieder klar ist, setzen wir wieder einen Tropfen Milch hinzu und warten, bis die Trübung verschwunden ist. Den Tropfen Milch können wir immer wieder zugeben und werden feststellen, dass das Wasser immer weniger Zeit braucht, um wieder klar zu werden. Nach 1 bis 2 Wochen wird sich das Wasser schon in wenigen Stunden klären. Die Ursache hierfür ist das Bilden eines leicht klebrigen Belages an der Gefäßwand, es findet eine so genannte Mineralisierung statt. Und im Wasser schweben winzig kleine graue und weißliche Flocken, die Mikroorganismen. Diese Winzlinge leben von den organischen Stoffen in der Milch (Eiweiß, Fett, Zucker) und zerlegen sie in Mineralsalze. Je mehr Bakterien vorhanden sind, um so schneller wird die Milch gereinigt. Wenn man jedoch die Anzahl der Milchtropfen erhöht, entwickeln sich rasch gestörte Abläufe: Weil für die Mikroorganismen, die sich vorher gebildet haben, die Menge zusätzlicher Milchtropfen zu hoch ist und deshalb nicht rasch genug abgebaut werden kann, entsteht ein übel riechendes Faulgas und am Grund setzt sich Schlamm ab.
Im Gartenteich herrschen die gleichen Abläufe, deshalb kann nicht darauf verzichtet werden, Räume zu schaffen, in denen sich die wichtigen wasserreinigenden Bakterien ansiedeln können. Nackte Folienwände können geeignete Lebensräume nicht ersetzen! Eine Studie belegt, dass über 90 Prozent der künstlich angelegten Teiche über keine biologischen Lebensräume verfügen. Keine Filtertechnik kann diesen Mangel ausreichend regulieren, aber es gibt einen Weg zu einem gesunden Lebensraum: Wer einen Filter besitzt, sollte aus dem Filtersystem alle vorhandenen Filtermaterialien herausnehmen und diese Freiräume mit Zeobakterlith auffüllen. Damit der Filter nicht zu schnell verschlammt, wird in den Einlaufbereich Filterwatte gelegt, um Grobteile wie Blätter usw. abzufangen. Der Durchlauf wird stark gedrosselt, denn je langsamer Wasser durch ein Filtersystem fließt, um so besser wird es biologisch gereinigt. Wenn kein Filter vorhanden ist, kann Zeobakterlith in kleine Netzbeutel oder Damenstrümpfe geschüttet werden. Diese Beutel werden ca. 30 bis 40 Zentimeter unter die Wasseroberfläche gelegt. Ungefähr 1 bis 3 Kilo pro 1 Kubikmeter Teichwasser reichen aus, um eine erhebliche Verbesserung der Wasserqualität zu erhalten.

nach oben


Teicherde und andere Fremdstoffe

Ein Erfolg wird sich nur einstellen, wenn alle Fehler korrigiert werden. Es müssen Fremdstoffe aus dem Wasser genommen werden. Dazu gehören Teicherde, Teichpflanzensubstrate, Hornspäne, Dünger für Wasserpflanzen, Lehm vom landwirtschaftlichen Acker, Ton, Lehm, kalkhaltige Steine, Gartenerde, Kompost, Grasssoden, Torf, Rinde, Stroh, Grobkies, Findlinge, aufgefangenes Regenwasser, Steinplatten, Kalksandsteine, Materialien aus Beton. Diese Liste ist unvollständig, jedoch können Sie bei Ihrem eigenen Teich nachsehen, ob er etwas enthält, was nicht hinein gehört.
Diese Materialien sind nicht in einem Naturgewässer zu finden und dürfen auch nicht in einen Gartenteich, sie sind Fremdstoffe! Teicherde beispielsweise ist völlig überflüssig im Teichbau, denn warum sollen wir die Wasserpflanzen mit Nährstoffen versorgen? wo doch alle Wasserpflanzen haben in der Natur die Aufgabe Nährstoffe abzubauen, um Algen keine übermäßigen Nährstoffe zukommen zu lassen. Und wer Wasserpflanzen mit Teicherde einsetzt, kann davon ausgehen, dass diese Pflanzen in den nächsten 10 Jahren keine Nahrung aus dem Teichwasser aufnehmen werden. Denn die einmal eingegebenen Mengen an Teicherde werden von den Pflanzen nicht abgebaut. Die im Sommer verbrauchten Nährstoffe werden im nächsten Winter durch den biologischen Verrottungsprozess wieder zurücktransportiert und für den nächsten Sommer gespeichert. Teicherde, Lehm, Torf, Ton, Hornspäne und sonstige organischen Materialien dienen nur dem Auge des Teichbesitzers. Für die wichtigen biologischen Prozesse sind sie allerdings wertlos - sie kosten nur Geld!
Pflanzen und Mikroorganismen arbeiten zusammen. Die Mikroorganismen zersetzen alle organischen Materialien wie bei dem Beispiel mit der Milch. Und die durch den Zersetzungsvorgang erzeugte Nährstoffkette wird wiederum von den Wasserpflanzen benötigt, um wachsen zu können. Alle Fremdstoffe, die zusätzlich ins Wasser gelangen, können dieses Gleichgewicht empfindlich stören.
Auch Regenwasser, das von Dächern in kleine Teiche geleitet wird, kommt nicht in Frage. Stellen Sie sich vor, es hat im Sommer einige Tage oder Wochen nicht geregnet. Plötzlich gelangen mit einem Gewitterregen einige Kubikmeter Wasser in den Teich und mit diesem Wasser werden große Mengen an Staub und Pollen in den Teich gespült. Kleine Teiche können diese Energie nicht mehr abbauen und viele Algenkulturen erhalten ihre Chance, sich zu vermehren. Gewitterregen kann aber auch statisch stark aufgeladen sein, was man daran erkennt, dass das Wasser stark bläulich schimmert. Gewitterregen kann auch sehr niedrige PH-Werte mit sich bringen, Werte von unter 4 sind keine Besonderheit. Das Wasser wird dann so sauer, dass alle Kleinstlebewesen sofort ihre Tätigkeit für einige Tage einstellen. Regenwasser darf nicht in den Gartenteich eingeleitet werden!

nach oben


Findlinge im Gartenteich

Findlinge und Grobkiesel gehören auch nicht in den Teich. Sie sind zwar begehrte Bauobjekte im Teichbau und sind besonders beliebt im Flachwasserbereich, aber sie werden von der Sommersonne mit Wärme aufgeladen. Wenn sich in den Nachtstunden das Wasser regeneriert, also Wärme abgibt und Sauerstoff aufnimmt, verhindern die großen Steine diesen wichtigen Vorgang. Denn die aufgeheizten Steine geben auch nach Sonnenuntergang noch viele Stunden Wärme ab und verhindern somit erheblich den Sauerstoffaustausch.
Große Probleme bereiten auch die so genannten Großkiesel und Findlinge aus der Feldmark. Zur Zeit werden auch viele Großkiesel aus Ostblockländern nach Deutschland importiert. Diese Steine werden dort von landwirtschaftlichen Flächen genommen und sind mit Dünger und Pflanzenschutzmittel kontaminiert. Ich habe Steine gesehen, an denen noch Gülle klebte und die nach Gülle rochen und habe sie untersuchen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass Pflanzenschutzmittel und Stickstoffe in höchster Konzentration vorhanden waren. Das Reinigen mit einem Dampfstrahler war nicht möglich, und selbst über viele Tage in Lauge eingelegte Steine gaben schon nach kurzer Zeit wieder Giftstoffe an das Wasser ab. Legt man solche Steine in einen Teich, kommt es sofort zu toxisch belasteten Wasserwerten. Wissenschaftler wissen, dass dieser Prozess bis zu 20 Jahre anhalten kann.
Eine weitere Gefahr für Teichwasser ergibt sich durch Findlinge: Jede Steinsorte verursacht verschiedene Schwingungen, die das gesamte Leben in einem Teich völlig durcheinander bringen können. Handelt es sich um Findlinge aus bestimmten Graniten, Basalten oder Kalksandstein-Formationen, kann das gesamte Zusammenspiel der biologischen Kräfte stark herabgesetzt werden. Wenn bestimmte Mikroorganismen fehlen, weil sie aufgrund starker Schwingungen nicht leben können, werden auch bestimmte organische Stoffe nicht abgebaut und schon sind die Algenkulturen in der Lage, mit ihrem ungebremsten Wachstum Teichwasser in eine Kloake zu verwandeln. Durch das Zusammenspiel von belasteten Steinen, Sonne und Wasser werden Toxine freigesetzt, die zu einer Vergiftungsgefahr für alle Wasserbewohner führen kann.
Ich habe einige solcher Teiche gesehen: klares Wasser, guter Pflanzenwuchs aber Fische mit reichlich Karpfenläusen und verkrümmten Rückenpartien. Steine von landwirtschaftlichen Flächen dürfen nicht verwendet werden! Wer auf große Steine dennoch nicht verzichten will, sollte nur Endmoräne-Kiesel

nach oben


Accessoires für den Teich

Es ist ein angenehmes Geräusch für uns Menschen, wenn Wasser aus Fontänen, Sprudlern oder gar Wasserfällen plätschert. Bei großen Teichanlagen von mindestens 150 Quadratmetern Oberfläche ist das in Ordnung, aber die Installation in Mini-Teiche bedeutet Tierquälerei. Wasser ist der beste Überträger von Schallwellen. In einem kleinen Becken sind die Fische durch das plätschernde Wasser unerträglichen Geräuschen ausgesetzt. Außerdem können viele Fontänen oder Wasserfälle großen Schaden anrichten. Wer sie nicht richtig einsetzt, schadet den biologischen Abläufen, weil die Wasserqualität verschlechtert wird, auch wenn Werbung oder Literatur etwas anderes versprechen.
Stellen Sie sich einen Tag im Hochsommer vor, mit blauem Himmel und Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und ein Bachlauf oder eine Fontäne plätschert welch angenehme Atmosphäre. Hier ist jedoch Vorsicht geboten! Wenn Wasser durch warme Luft geschickt wird, können die im Wasser vorhandenen kühlen Sauerstoffmoleküle sofort entweichen. Jeder Wassertropfen nimmt die Wärme mit in den Teich, und die Wassertemperatur steigt in wenigen Stunden auf 25 bis 30 Grad an. Und da warmes Wasser kaum Sauerstoff speichern kann, wird der vorhandene Sauerstoff im Teich immer geringer. An warmen Sommertagen sollten solche "Spielereien" abgestellt werden und erst in der Nacht wieder betrieben werden! Wasser nimmt durch den Kontakt mit der Nachtluft Kühle und Sauerstoff auf.
Steigen im Sommer die Wassertemperaturen über 28 Grad und wird der vorhandene Sauerstoff geringer, dann stellen die meisten wasserreinigenden Kleinstlebewesen ihre Tätigkeit vorübergehend ein. Bei ohnehin gefährdeten Teichen kann es dann zum so genannten ,,Umkippen'' kommen. Ich habe viele Forellenteiche gesehen, in denen der gesamte Forellenbestand in nur zwei Stunden verendet war, weil durch zu starke Erwärmung der Sauerstoff fehlte.

nach oben


Teichpumpen

Die Industrie bietet eine Vielzahl von Teichpumpen an. Es ist für den Laien oft schwer, sich für die richtige zu entscheiden. Da ich mit ihnen selbst gute Erfahrungen habe, empfehle ich gern Pumpen der Firma Heissner. Pumpen dieses Herstellers werden mit regelbarer Durchflussmenge angeboten, je nach Verschmutzung des Wassers ist so eine individuelle Regelstufe möglich. Bei Filteranlagen mit hohem Wasserdurchlauf, gemeint sind Teichanlagen mit mehr als 100 Kubikmeter Wasser, sollte eine Hochleistungspumpe angeschafft werden. Hier eignet sich zum Beispiel eine Tauchpumpe mit 30 bis 50 Kubikmeter Wasserdurchlauf pro Stunde. Beim Kauf sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Pumpe auch für den Dauerbetrieb zugelassen und geeignet ist.

nach oben


Anleitung

1.) Legen Sie den Teich so an, dass die Wasseroberfläche 10 bis 20 Zentimeter über dem Geländeniveau liegt. Nageln Sie die Folie am Ende an ein Lattengestell.

2.) Der Folienrand wird mit Grobkies abgedeckt oder mit einer Wandolithmatte abgehängt, um eine Kapillarsperre zu erreichen.
Koffern Sie das Erdreich tief genug aus. Je tiefer Sie den Teich anlegen, um so mehr Biologie baut sich später auf.

3.) Vermeiden Sie langgezogene Flachwasserzonen, und senken Sie schon nach der ersten Stufe mindestens 50 Zentimeter ab.
Verzichten Sie auf so genannte Sumpfzonen, sie sind - entgegen der landläufigen Meinung - zur Wasserreinigung ungeeignet.
 

4.) Die gesamte Folie sollte mit einer möglichst 30 Zentimeter starken Kiessandschicht abgedeckt werden, auch in den Tiefenbereichen.
 

5.) Wenn Sie es sich leisten wollen, können Sie hinter eine Porotonsteinmauer einen Rasensprengschlauch legen (flach mit Löchern), der an die Porotonsteine gebunden wird. Bei starker Verschmutzung des Wassers kann man dann mit einem Kompressor Luft in die betroffenen Regionen pumpen und die Ablagerungen so innerhalb einiger Tage entfernen.

6.) Lassen Sie kein Dachrinnenwasser in den Teich laufen und setzen Sie Fische frühestens 4 Monate nach Fertigstellung des Teiches ein.
 

7.) Wasser wird immer aus 2 bis 3 Meter Höhe mit einer feinen Brause nachgefüllt. Es nimmt Sauerstoff mit in den Teich. Weder Grundwasser noch Stadtwasser, das reichlich Chlor enthält, verfügen über Sauerstoff. Beides ist als Teichwasser ungeeignet, weil der Teich dadurch erheblich belastet wird.
 

8.) Wenn das Fischfutter nicht innerhalb weniger Minuten von der Wasseroberfläche verzehrt wird, sollte die Fütterung einen Tag ausgesetzt werden.
 

9.) Anstelle von reinem Fischfutter kann für alle Arten von Teichfischen - auch für Kois - eine preiswertere Alternative verfüttert werden: Mischen Sie 30 Prozent Fischfutter mit 70 Prozent Haferflocken.
 

10.) Vermeiden Sie folgende Bäume in Teichnähe: Eichen, Erlen, Eschen, Kiefern, Fichtenarten, Eiben und Thuja.
 

11.) Sorgen Sie für eine eisfreie Zone, möglichst in der Teichmitte, damit Faulgase abziehen können.
 

12.) Wenn der Teich bei trockenen Wetterlagen Wasser verliert, bei Regenwetter der Wasserspiegel aber wieder angehoben wird, dann ist eine Kapillarzone entstanden, eventuell sind Pflanzenwurzeln vom Rasen oder angeschwemmte Feinteilchen im Bereich des Folienrandes die Ursache.
Faustregel:
Ein 10 Kubikmeter großer Gartenteich verliert im Sommer bei hohen Wassertemperaturen pro Tag ca. 10 bis 15 Liter Wasser. Ist der Verlust höher, kann davon ausgegangen werden, dass hier eine Kapillarverbindung entstanden ist.

nach oben