eine Vereinschronik verfaßt von Gartenfreund Lothar Damerius.

Die Entwicklung, Entstehung und das Bestehen des Kleingartenvereins Bemerode e.V. 

Zur Entstehung des Kleingärtnerverein Bemerode trugen viele „W-Fragen“ bei, so zum Beispiel: Warum gründete man den Verein, wer gründet den Verein, weshalb war dieser Verein notwendig und wo begann unsere Vereinsgeschichte?

 Der Ort Bemerode beherbergte im Jahre 1945 sehr viele Flüchtlingsfamilien, die pro Familie mehr als vier Personen im Haushalt hatten. Diese Familien (etwa 90%) stellten Anträge auf Zuweisung Kleingartenland. Man benötigte eine Fläche von 8 Morgen Grabeland, sodass jeder Antragsteller eine Parzelle von 10 Ruten (ca. 220qm) bekommen sollte.

Es wurde sogar von  den Antragstellern eine Zwangsanpachtung durch die obere Behörde verlangt. Der Erlass vom 22.04.1947, Abs. 3 des Niedersächsischen Minister für Arbeit, Aufbau und Gesundheit, wurde herangezogen, wodurch die Flüchtlingsfamilien mehr und größere Grabelandparzellen zugeteilt werden sollten. Allerdings sollten diese neuen Flächen an bisher vorhandenen Kleingartenflächen angeschlossen werden.

So kam es dann endlich zu einem Pachtvertrag zum 1.Oktober 1946 für 3 ½ ha und 440 qm zum Pachtpreis von 72 Reichsmark für ¼ ha. Dieses Land stellte der Landwirt Mörlins zur Verfügung.

Die Kolonien waren „ Am Mittelfelde“, „Städtisches Gelände“, und „Am Sandberge“.

Am 29.07.1948 hatte der Regierungspräsident die Gemeinnützigkeit erteilt.

 Nach dem Schriftverkehr vom 11.November 1948 wurde über eine Gartenlandbeschaffung verhandelt. Die Kommission bestand aus je einem Vertreter des Regierungspräsidenten, des Niedersächsischen Landvolk, des Gartenbauwesens, des Ortsflüchtlingsbetreuer, des Bezirksverband der Kleingärtner und den 1. Vorsitzenden des Kleingartenvereins. 

Im Jahre 1949 beschloss der Vorstand eine Aufnahmegebühr von 5 DM und eine Umlage, die zur Einfriedung und zur Erhaltung der Kolonie diente. Der Zaun sollte verhindern, dass die Bewohner der umliegenden Häuser nicht mehr durch die Kolonien gehen.

1951 hatte der Verein 180 Mitglieder und 11 Kolonien. Am 22.Mai 1953 wurde die Satzung des Vereins unter der Registernummer 942 Absatz 81 beim Amtsgericht Hannover vermerkt. Unter den Pflichten ist zu lesen:

Gemeinschaftsdienst und Nachtwachen sind Pflicht eines jeden Mitglieds.

Der Verein hatte 1953 bereits 200 Mitglieder und der Jahresbeitrag betrug 3,25 DM.

 Folgende Kolonien gehörten zum Verein:

 Mittelfeld  -  Schulland  -  Bischofsholer Str.  -  Schäferberg  -  Weitz-Sandberg  - Kracke Sandberg -  Mörlins-Sandberg  -  Mörlins-Kiesgrube -  Lehmkuhle-Gemeinde

Wülfeler Str. (Städt. Gelände)

Zu berichten ist auch, dass die ersten 10 Lauben errichtet wurden. 1957 gab es nur noch 7 Kolonien, aber die Anträge auf Laubenerrichtung nahmen zu.

Das Leben in den Kolonien begann sich zu wandeln, neben Grabeland als Nutzland (Gemüse, Kartoffeln, Beerenfrüchte) entstehen immer mehr Lauben mit Blumen, Blumenrabatten und Rasenflächen.

Im April 1961 zählte man im Verein nur noch 175 Mitglieder und nur vier Kolonien:

Wülfeler Str. Am Sandberg  Mittelfeld  und Lange Hop Str.

Bis zur Jahreshauptversammlung 1967 gab es schon 90 Lauben in den vier Kolonien.

1968 begann in den Kolonien die Gemeinschaftsarbeit, wie Wegsverbesserung und Heckenanpflanzungen.

1969 war die Neugründung der Kolonie „In der Ohe“ mit 10000qm, da die Kolonie „Am Sandberge“ ihr Gartenland zum Schulneubau herausgeben musste. Die Pacht betrug zu dieser Zeit 4,5 - 12 Pf. pro qm.

1972 hatte der Verein mit seinen 4 Kolonien 195 Mitglieder und es waren schon 169 Lauben genehmigt und gebaut worden. Für den Laubenbau gab es bestimmte Laubentypen und eine bestimmte Quadratmeterzahl umbauter Raumfläche(30qm).

Ab dem 1.Oktober 1972 wurde zwischen der Stadt, dem Bezirksverband der Kleingärtner und dem Verein Bemerode ein Generalpachtvertrag abgeschlossen. In der Kolonie „Am Mittelfelde“ wurde 1972 ein Vereinshaus gebaut. In der Vorstandsitzung vom 25.Januar 1974 wurde beschlossen, dass auch Gärten an Gastarbeiterfamilien und Aussiedlerfamilien vergeben werden können. In den Kolonien beginnt ein regen Vereinsleben, Festausschüsse werden gebildet. Sie planen, bereiten vor und organisieren:

Osterfeuer – Ostereiersuchen – Tanz in den Mai  - Sommerfest – Weihnachtsfeier und dergleichen.

Auf der Jahreshauptversammlung am 10. Januar 1976 beschloss die Versammlung den Wechsel vom Bezirksverband Hannover-Land zum Bezirksverband Hannover-Stadt, zu dieser Zeit hatte der Verein 203 Gärten und 236 Mitglieder. In diesem Jahr wurde auch die Schreberjugend des Vereins gegründet.

Ab 1978 gab es in den einzelnen Kolonien des Vereins Kolonieleiter, Wegewarte, Fachberater und Festausschüsse. Die Mitgliederzahl stieg ständig, da alle Kolonien Pachtland dazu bekamen. So erhielt die „Ohe“ im Jahre 1980 weitere 60 Gärten dazu. Jetzt wurden auch Dauerpachtverträge abgeschlossen.

Aber eine einschneidende Veränderung kam mit dem Jahr 1983. Am 26.02.1983 beschloss die Jahreshauptversammlung die Selbstständigkeit der Kolonie „In der Ohe“ ab 1. Oktober 1983. Weitere Veränderungen gab es im Verein Bemerode ab Juni 1984, denn die Kolonie Lange Hop Str. stellte einen Antrag auf Selbständigkeit. 

Der Kleingartenverein gliedert sich in:

Am Mittelfelde – eigener Verein ab Juni 1984 – Neu : Kleingärtner Verein Bemerode e.V.

Kolonie Lange Hop – eigener  Verein ab Juni 1984

Kolonie In der Ohe – eigener Verein ab Oktober 1983

Kolonie Städt.Gelände wird 1984 für Bauland abgegeben.

Seit Januar 1985 heißt die Kolonie „Am Mittelfelde“ nun Kleingartenverein Bemerode e.V.

Der neue Verein als Kernstück des ehemaligen großen Vereins Bemerode führt nun mit neu gewähltem Vorstand:

  1. Vorsitzender  Gerd Peck

  2. Vorsitzender Klaus Schüßler

  1. Kassierer  Hubert Wenzel

  1. Schriftführer  Willi Jakop

  2. Schriftführerin Roswitha Schablitzki

Fachberaterin Christa Nolte

die Geschicke des Verein weiter. Es sind jetzt 106 Gärten mit Lauben. Das Vereinhaus wurde erweitert. Bänke wurden aufgestellt und die Aufstellung einer Hinweistafel am Weg 2 wurde in die Tat umgesetzt. Auf der Jahreshauptversammlung des Kleingärtnerverein Bemerode e.V. am 20.Februar 1988 wurde die Stromgemeinschaft gegründet. Eine neue Satzung wurde auf der JHV am 5. Februar 1989 angenommen. Auch der Verein schloss sich der Stromgemeinschaft an. Im folgenden Jahr wurde im Vereinshaus ein Vorstandzimmer eingerichtet. Unsere Wege 1-3 erhielten neue Namen wie „Elsterweg – Fasanenweg – Drosselweg“.

Unsere Wege (ca.400 Meter) erhielten 1982 eine feste Regenabweisende Decke. Die Wegebeleuchtung wurde Dank finanzieller Hilfe der Stromgemeinschaft installiert.

So tat sich vieles zum Wohle unserer Kleingärtner und ihrer Kinder. Der Spielplatz erhielt auch schönere und Verbesserte Spielgeräte. 1983 wurde sogar eine überdachte Pergola an  das Vereinhaus angebaut. Der mit Platten belegt Platz darunter bot nun dem Verein vielseitigere Möglichkeiten das Vereinsleben zu gestalten. Jährlich sich wiederholende Veranstaltungen bereichern das Vereinsleben.

Auf den weiteren Jahreshauptversammlungen wurden nun auch Ehrungen für gute Vereinsarbeit und Auszeichnungen für langjährige Mitgliedschaft vorgenommen.

Ab Februar 1994 leitete der Gartenfreund Eckehard Leitner als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins. In den Jahren 1994/95 musste viel Arbeit schriftlicher Art und Behördengänge um das Fortbestehen des Vereinhauses geleistet werden. 1996 erfreute sich der Vorstand die Gartenfreunde über die Erweiterung und Verschönerung des Vereinshauses. Endlich war das Bauaufsichtsamt mit den geforderten Auflagen zufrieden. Doch damit nicht genug, die Gemeinschaftsarbeiten gingen weiter. Damit im Vereinshaus die Wasserleitungen nicht einfroren, musste eine Heizung eingebaut werden. Der Vorstand gab hierzu „Grünes Licht“.

Von einigen Gartenfreunden wurde hierfür schwere, körperliche Arbeit geleistet, das war im Dezember 1997. Für seine Mitglieder führte der Vorstand ständig stattfindende monatliche Sprechstunden ein. Festausschuss, Wegewarte und Fachberater unterstützten die Arbeit des Vorstands. Neue ausländische Familien wurden Mitglieder im Verein. In den letzten vier Jahren, 2000-2004, befasste sich der Vorstand während der Gemeinschaftsarbeit mit der Werterhaltung des Vereinshauses, der Anlagen um das Vereinshaus und der Außenanlagen. 

So kann man sagen, das aus dem früheren Grabeland der vierziger und fünfziger Jahre, welche ja in erster Linie zur Versorgung der Familien mit Obst und Gemüse diente, heute ein Verein mit Gärten für Gartenfreunde und ihren Familienangehörigen, eine Oase der Entspannung und Gestaltung geworden ist. Zu Zeit sind es in unserem Verein 101 Gärten, wobei noch einige, weinige frei sind. Die neue Gartenordnung soll Maßstab für das Tun und Lassen im Kleingarten sein. 

Viele Kleingärtner sind froh, einen Kleingarten zu haben. Hier gibt es noch Kreatives Gestalten und Sammeln neuer Erkenntnisse mit der Natur.

Der Verein feierte 2008 sein 60-Jähriges Bestehen des Kleingartenverein Bemerode e.V.

 

 

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